Kantate om ydmykhet versus hovmodighet

26.09.2021

Kantate BWV 47 Wer sich selbst erhöhet

Dagens kantate for 17 søndag etter treenighet er fra Bachs fjerde år i Leipzig og ble første gang fremført 13 oktober 1726. Det er et apropos at temaet for kantaten lett kan speile fjorårets store dramatiske presidentvalg i USA, hvor evangelitekstens siste vers muligens ikke ble grundig studert i det forrige regimet i det Hvite hus: 

Den som setter seg selv høyt, skal settes lavt,og den som setter seg selv lavt, skal settes høyt. 

Lukas 14, 11

Denne teksten utgjør den første korsatsen, og den tolkes bokstavelig i en oppadgående bevegelse i første del av verset - og tilsvarende i en nedadgående bevegelse i siste del.

Trykk på bildet for å høre & se kantate 47

Poeten Johann Friedrich Helbig har gjort dette poenget til et hovedtema, og i sopranarien i andre sats lyder teksten slik: 

Vil du som en kristen leve, må du ydmykhet bestrebe. Ydmykhet er Jesu venn, hovmod er en Satans svenn. Herren hater alle slike som fra hovmod ikke viker."

1. Chor

«Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden,
und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden.»

2. Arie (Sopran)

Wer ein wahrer Christ will heißen,
muß der Demut sich befleißen,
Demut stammt aus Jesu Reich.
Hoffart ist dem Teufel gleich.
Gott pflegt alle die zu hassen,
so den Stolz nicht fahren lassen.

3. Rezitativ (Bass)

Der Mensch ist Kot, Staub, Asch und Erde;
ists möglich, daß vom Übermut,
als einer Teufelsbrut,
er noch bezaubert werde?
Ach, Jesus, Gottes Sohn,
der Schöpfer aller Dinge,
ward unsertwegen niedrig und geringe,
er duld'te Schmach und Hohn;
und du, du armer Wurm, suchst dich zu brüsten?
Gehört sich das vor einen Christen?
Geh, schäme dich, du stolze Kreatur,
tu Buß und folge Christi Spur;
wirf dich vor Gott im Geiste gläubig nieder!
Zu seiner Zeit erhöht er dich auch wieder.

4. Arie (Bass)

Jesu, beuge doch mein Herze
unter deine starke Hand,
daß ich nicht mein Heil verscherze
wie der erste Höllenbrand.
Laß mich deine Demut suchen
und den Hochmut ganz verfluchen.
Gib mir einen niedern Sinn,
daß ich dir gefällig bin!

5. Choral


Der zeitlichen Ehrn will ich gern entbehrn,
du wollst mir nur das Ewge gewährn,
das du erworben hast
durch deinen herben, bittern Tod.
Das bitt ich dich, mein Herr und Gott.


Klaus Mertens
Klaus Mertens